Am vergangenen Dienstag zeigte die kanadische Indierock-Band „Arcade Fire“ das der Ruf, der der Band vorauseilt, in vollem Umfang stimmt. Die Konzertattraktion wird als mitreißend, berauschend, überwältigend beschrieben, was die Jung in Berlin mehr als zeigte. Keine Zweifel mehr bestehen seit dem lange ausverkauften Auftritt im Tempodrom. Die vielstimmig geschmetterten Hymnen sind auch live das Beste, was die Popmusik derzeit zu bieten hat.
Die ersten Klänge waren jedoch alles andere als berauschend. Dich schnell hatten die Band und der Sound-Mixer die Probleme im Griff. Das neunköpfige Team um den Sänger und Songschreiber Win Butler zeigte im rund 90 Minuten dauernden Konzert mit welcher Spielfreude die Jungs bei der Sache sind. Schweißtreibend war es, aber das Publikum war hinterher wie euphorisiert.
Der Auftritt in Berlin war der einzige Deutschland-Auftritt von Arcade Fire, die hier ihr Ende Juli erschienenes drittes Album „The Suburbs“ vorstellten. In den USA und Großbritannien ist es gleich an die Spitze der Charts geschossen und konnte in Deutschland immerhin den vierten Platz erreichen. Mit diesem Album schaut Butler auf seine Jugend in einer texanischen Vorstadt zurück und beeindruckt mit düster-melancholischen Texten zu mitreißenden Melodien. Zu den neuen Songs gehören beispielsweise „Month Of May“ oder „«We Used To Wait“. Die beiden vorangegangenen Alben „Funeral“ (2005) und „Neon Bible“ (2007) sind schon lange Referenzwerke des amerikanischen Folkrocks der „Nuller-Jahre“. Stars wie David Bowie, Bruce Springsteen, Peter Gabriel und Bono von U2 lieben die Alben.
Während bei früheren Tourneen eine Kirchenorgel auf die Bühne gestellt wurde, damit der mächtige Studiosound nachgebaut werden konnte, waren es diesmal drei Streicher, Akkordeon, Glockenspiel, Megafon, Riesentrommel, Banjo und jede Menge Gitarren. Einen Mangel an Klangeffekten gab es sicherlich nicht, zumal die Instrumente auch immer wieder zwischen allen neun Musikern getauscht wurden. Man wird nicht das letzte Mal von Arcade Fire in Deutschland gehört haben.


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