Hunderttausende nahmen an der Street Parade in Zürich teil, die jedoch drei Wochen nach der Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg einen faden Beigeschmack hatte. Die Erinnerungen an diese Katastrophe sind noch frisch. Dennoch waren es rund 650.000 Raver, die sich beim zweitgrößten Ravertreffen in Europa zusammengefunden und gemeinsam mit oder gegen die Trauer getanzt haben.
Am vergangenen Samstag machte sich ein schriller Umzug von 30 Mottowagen auf den Weg durch das Zentrum von Zürich. Die ganze Innenstadt der Schweizer Metropole war voll von mobilen Dancefloors, wummernder Rhythmen und recht leicht bekleideten Tänzern. Auch wenn es ein sehr rauschendes Fest war, hatten die Opfer der Loveparade ihren Platz. Am späten Nachmittag wurde eine Gedenkminute eingelegt, bei der für kurze Zeit die Bässe und Beats verstummten und Betroffenheit und Trauer Einzug erhielten. Ffestival Sprecher Stefan Epli sagte, „Die Aktion ging richtig unter die Haut.“ Man sah einige Raver mit Tränen in den Augen und so gut wie überall herrschte Nachdenklichkeit. Viele können immer noch nicht fassen, was da in Duisburg passiert ist und wie sich jetzt die Behörden, die Politik und der Veranstalter verhalten und sich gegenseitig die Verantwortung dafür zuschieben.
Die Schweizer Organisatoren hatten in den letzten Tagen ihr Konzept nochmals überprüfen lassen, damit in keinem Fall der Eindruck nachlässiger Sicherheitsstandards aufkommen kann. Ohnehin war der Standort in Zürich um einiges besser geeignet, als das abgesperrte, enge Gelände am alten Duisburger Güterbahnhof. In Zürich konnte die Raver und Schaulustigen eine weite Fläche in der Innenstadt und am Nordufer des Zürichsees nutzen.
Des Weiteren versicherte Chef-Koordinator Christoph Billi-Marti im Vorfeld im Schweizer Rundfunk, dass wesentlich mehr Sicherheitskräfte als üblich das Festival begleiten. Und so war es dann auch, denn kurzfristig verschob man noch Verkaufsstände und WC-Häuschen, die recht nah an den Umzugswagen geplant waren. Mit großen „Exit“-Tafel wurden die Fluchtwege zusätzlich markiert und auch die Straßenbeleuchtung wurde nicht gedimmt - „Techno-Feeling hin oder her“, bemerkten die Veranstalter zur Festbeleuchtung auf den Straßen.


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